Prof. Dr. Peter Osypka: Ein Forscher und Unternehmer mit Herz

München verdankt ihm ein neues kardiologische Exzellenzzentrum: Prof. Dr. Peter Osypka, preisgekrönter Forscher, erfolgreicher Unternehmer und vor allem Mensch mit Herz, hat das nach ihm benannte Peter Osypka Herzzentrum im Internistischen Klinikum München Süd großzügig unterstützt.

Der 1934 geborene Unternehmer  verfügt über 400 Patente in der Medizintechnik. Weltweite Anerkennung erhielt Osypka vor allem Dank zweier bahnbrechender Erfindungen, die heute viel Leid verhindern. So entwickelte er 1977 die erste Herzschrittmacher-Elektrode, die nicht mehr bricht. Seitdem werden alle Herzschrittmacher nach dieser Methode konstruiert. Und für den gläubigen Katholiken ist es eine Freude, dass auch der frühere Papst Benedikt XVI. einen Herzschrittmacher trägt, der auf diese Erfindung fußt.

Prof. Dr. Peter Osypka (Mitte) bei der Eröffnung des nach ihm benannten Peter Osypka Herzzentrums

Ebenfalls bis heute weltweit bedeutend ist Osypkas zweite wichtige Entwicklung: Ein Herzkatheter, mit dem über Hochfrequenzstrom Gewebe neutralisiert wird, das Rhythmusstörungen verursacht, die zum lebensbedrohlichen Vorhofflimmern führen. Bereits Anfang der 1960er-Jahre hatte Osypka als erster auf diesem Gebiet zwischen Medizin und Technik geforscht und über die Wirkung des elektrischen Stroms auf den menschlichen Körper promoviert.

Am Firmensitz in badischen Rheinfelden-Herten gründete der engagierte Unternehmer 1997 die Peter-Osypka-Stiftung. Sie hilft international Menschen in Not, darunter vielen Kindern, richtet medizinische Stationen ein und organisiert mit der Caritas internationale Hilfsprojekte. 2011 stiftete er der

Hochschule Offenburg das Peter-Osypka-Institut, das sich der Forschung im Bereich der Kardiologie widmet. Und mit dem Peter Osypka Herzzentrum an den Kliniken Dr. Müller möchte der Unternehmer auch in der praktischen Anwendung ein Leuchtturmprojekt realisieren. „Unsere Stiftung unterstützt den Aufbau des Kardiologischen Exzellenzzentrums deshalb aus vollem Herzen, weil medizinischer Fortschritt eine Grundvoraussetzung ist, um menschliches Leid zu lindern“, erklärt Peter Osypka. Deshalb sei es ihm auch wichtig, dass am Peter Osypka Herzzentrum künftig Ärzte aus Ländern der Dritten Welt ausgebildet werden und danach in ihre Herkunftsländer zurückgehen, um dort ihre Patienten zu versorgen.

Was Armut bedeutet, weiß Osypka aus eigener Erfahrung. Er wurde 1934 im schlesischen Miechowitz geboren, sein Vater war Elektriker im Steinkohlebergbau und das letzte Hab und Gut verlor die Familie im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht. Dennoch ist sein großes soziales Engagement außergewöhnlich. Er selbst erklärt das mit seinem Glauben. Osypka ist ein regelmäßiger Kirchengänger, einer, dem „viel geschenkt wurde“, wie er sagt. Sein Leitsatz stammt von Immanuel Kant: „Man ist nicht reich durch das, was man besitzt, sondern durch das, was man gibt.“